Naturmaterialien richtig pflegen: Travertin, Keramik, Rattan & Leinen
Naturmaterialien haben einen Ruf, der ihnen nicht gerecht wird: empfindlich, aufwendig, kompliziert. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall — sie halten Jahrzehnte, wenn man drei oder vier Dinge weiß. Und die meisten Schäden entstehen nicht durch zu wenig Pflege, sondern durch die falsche.
Hier ist der Überblick über die Materialien, aus denen unsere Pieces gemacht sind, und wie du sie richtig behandelst.
Travertin und Naturstein
Travertin ist ein Kalkstein — und das ist die einzige Information, die du wirklich brauchst. Kalk reagiert auf Säure.
So pflegst du ihn
- Weiches, leicht feuchtes Tuch. Trocken nachwischen.
- Bei Bedarf pH-neutrale Seife, stark verdünnt.
- Eine Steinversiegelung ein- bis zweimal im Jahr macht die Oberfläche deutlich widerstandsfähiger gegen Flecken.
Was du vermeiden musst
- Essig, Zitronensäure, Entkalker, WC-Reiniger. Sie ätzen matte Stellen in die Oberfläche, die nicht mehr weggehen.
- Scheuermilch und harte Schwämme. Travertin ist weicher als Granit und zerkratzt leicht.
- Rotwein, Öl und Kaffee stehen lassen. Sofort abtupfen, nicht wischen — Wischen treibt die Flüssigkeit in die Poren.
Kleine Patina-Spuren, die mit der Zeit entstehen, sind übrigens kein Schaden. Sie sind der Grund, warum dieses Material auch nach zehn Jahren noch gut aussieht. Mehr dazu in unserem Beitrag über Travertin.
Keramik, Steingut und Terrakotta
Hier ist die entscheidende Unterscheidung: glasiert oder unglasiert.
Glasierte Keramik
Unkompliziert. Warmes Wasser, mildes Spülmittel, weicher Schwamm. Ob sie spülmaschinenfest ist, steht in der Produktbeschreibung — bei handgefertigten Stücken empfehlen wir trotzdem Handwäsche, weil aggressive Reiniger und hohe Temperaturen die Glasur mit der Zeit matt werden lassen.
Unglasierte Keramik und Terrakotta
Porös. Das heißt: Sie saugt Wasser, Öl und Farbe auf.
- Nur trocken oder mit einem kaum feuchten Tuch abwischen.
- Kein Spülmittel — es zieht ein und lässt sich nicht mehr auswaschen.
- Als Vase nur mit Einsatz aus Glas nutzen, sonst entstehen Ränder auf dem Möbel.
- Als Übertopf immer mit Untersetzer oder Innentopf.
Terrakotta im Außenbereich sollte im Winter frostfrei stehen. Eingezogenes Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt das Material — der häufigste Grund für gerissene Töpfe im Frühjahr. Unsere Übertöpfe sind entsprechend gekennzeichnet.
Rattan, Seegras, Bananenblatt und Bambus
Geflochtene Naturfasern sind erstaunlich robust — ihr einziger echter Feind ist die Kombination aus Feuchtigkeit und Dunkelheit.
- Staub mit einem trockenen Pinsel oder der Bürstendüse des Staubsaugers aus dem Geflecht holen.
- Flecken mit einem leicht feuchten Tuch abtupfen und sofort an der Luft trocknen lassen.
- Nicht durchnässen. Nasse Naturfasern verlieren die Spannung und werden nach dem Trocknen brüchig.
- Nicht direkt an die Heizung. Trockene Heizungsluft macht Rattan spröde. Wenn das Geflecht sich lockert, hilft es, es leicht mit Wasser einzunebeln und an der Luft trocknen zu lassen — die Fasern ziehen sich wieder zusammen.
Für Körbe und geflochtene Aufbewahrung gilt: nichts Feuchtes darin lagern. Sieh dir dazu unsere Aufbewahrung an.
Leinen, Baumwolle und Wolle
Leinen
Bei 30 bis 40 Grad im Schonwaschgang, ohne Weichspüler — der legt sich als Film auf die Faser und nimmt Leinen genau die Eigenschaft, für die man es kauft. Leinen wird mit jeder Wäsche weicher. Feucht aufhängen, dann braucht man meist gar nicht zu bügeln. Falls doch: von links und leicht feucht.
Wolle und grob gewebte Überwürfe
So selten wie möglich waschen. Auslüften reicht in den meisten Fällen. Wenn nötig, Handwäsche in kaltem Wasser mit Wollwaschmittel, nicht wringen, liegend trocknen. Nie im Trockner.
Teppiche aus Jute und Naturfasern
Regelmäßig saugen, aber ohne rotierende Bürste — die zieht Fasern heraus. Flecken sofort abtupfen, niemals reiben. Alle paar Monate wenden, damit sich Abnutzung und Lichteinfall gleichmäßig verteilen. Unsere Teppiche sind fast alle aus Naturfasern.
Holz
Massivholz braucht wenig, aber regelmäßig etwas. Geöltes Holz ein- bis zweimal jährlich mit Möbelöl nachbehandeln — dünn auftragen, einziehen lassen, überschüssiges Öl abnehmen. Untersetzer nutzen: Wasserränder auf geöltem Holz sind zwar meist zu retten, heiße Töpfe hinterlassen aber bleibende Spuren.
Direkte Sonne bleicht Holz ungleichmäßig aus. Wenn ein Möbel am Fenster steht, lohnt es sich, Deko-Objekte gelegentlich umzustellen — sonst zeichnen sie sich irgendwann als hellere Schatten ab.
Naturmaterialien altern. Das ist kein Mangel, sondern der Grund, sie zu kaufen — vorausgesetzt, man lässt sie richtig altern.
Häufige Fragen
Warum sehen zwei Stücke aus demselben Material unterschiedlich aus?
Weil sie es sind. Naturstein hat eine gewachsene Maserung, ungeglasierte Keramik nimmt Brennfarben unterschiedlich an, geflochtene Fasern variieren im Ton. Farb- und Strukturabweichungen sind bei handgefertigten Stücken kein Reklamationsgrund, sondern das Merkmal.
Was mache ich bei einem Kalkrand in einer Steingut-Vase?
Bei glasiertem Steingut hilft Zitronensäure oder Essigessenz, kurz einwirken lassen und gründlich ausspülen. Bei unglasierter Keramik und bei Naturstein auf keinen Fall — dort nur mechanisch mit Reis oder grobem Salz und Wasser arbeiten.
Kann ich Naturmaterialien im Bad verwenden?
Keramik und Naturstein ja, geflochtene Naturfasern nur bei guter Lüftung. Dauerfeuchte ohne Trocknungsphasen führt bei Rattan und Seegras zu Stockflecken. Ein Korb im Bad ist in Ordnung — solange er zwischendurch trocknet.
Wie schütze ich helle Naturmaterialien vor Vergilben?
Direkte Sonneneinstrahlung ist der Hauptfaktor. Objekte gelegentlich drehen, Vorhänge oder Rollos in Südlage nutzen. Vergilbtes Rattan lässt sich nicht mehr zurückholen — hier hilft nur Vorbeugen.
Kurz zusammengefasst
Vier Regeln decken fast alles ab: keine Säure auf Naturstein, kein Spülmittel auf unglasierter Keramik, keine Nässe in Naturfasern, kein Weichspüler auf Leinen. Alles andere ist trockenes Abstauben und gelegentliches Nachölen.
Wir wählen jedes Piece danach aus, ob es diese Art von Langlebigkeit mitbringt. Wie dieser Auswahlprozess abläuft, liest du in Hinter den Kulissen. Oder sieh dir direkt alle Pieces an.